SÜDKURIER, 6.2.2010

Ganz viel Spaß für einen doppelt guten Zweck

„S'isch näne so luschtig, s'isch näne so schee wie im Frauekaffee“ – ihrer Hymne wurden die Akteurinnen der katholischen Frauenverbände auch dieses Jahr wieder zu hundert Prozent gerecht. Und der Reingewinn dieses ganzen Spaßes, den all die Zuschauerinnen haben – heute zum letzten Mal für 2010 –, ist auch noch für einen guten Zweck. Leiterin Anne Mandausch kündigte an, dass die Spende dieses Jahr in zwei Projekte fließt. Ein Teil geht an den Kinderschutzbund. Der zweite Teil ist für Haiti bestimmt. Bereits mehrere Jahre hatten die Damen vom Frauenkaffee dort drei Kinderhäuser unterstützt. Nur eines davon hielt dem Erdbeben stand und dorthin geht das Geld, persönlich überbracht von einem Überlinger, der selbst eine 18-jährige Adoptivtochter aus Haiti hat.

Übrigens: Dass ihre Spielfreude auf der Bühne von innen kommt und den Akteurinnen der katholischen Frauenverbände allerhand von Fröhlichkeit verstehen, zeigte sich nach der Premiere im „Schäpfle“. Dort wurde gefeiert und gesungen: „S'isch näne so luschtig, s'isch näne so schee…“. (flo)

Wörtlich genommen: Genau nach der Anleitung im Krimi „Hänselejuck“ hat sich Fefe (Maria Kaufmann) einen „Hänsele-Helm“ gebastelt.
Der Frauenkaffee hat eine eigene Damenkapelle, die nur für ihn spielt: „Cellolitis“ heißen die Damen ironisch, die unter der Leitung von Elisabeth Moser dieses Jahr bereits zum vierten Mal auftraten und auch nachdem der Schlußvorhang fiel für Stimmung sorgten.
Himmelstürmer mit Schalk im Nacken: Nun hebt Maria Kibele aus Kogebach (Anne Mandausch) mit ihrem Josef (Edeltraud Moser) vollends ab. Sie fährt Ballon mit Führerin Marga Lenski und Oma Schnappauf (Doro Mittelmeier). Die Kulissen dazu bauten Günther Pfoser und Harald Lenski. Bilder: Floetemeyer

 

SÜDKURIER, 5.2.2010

Ein himmlischer Höhenflug auf der Narrenbühne

VON SYLVIA FLOETEMEYER

Was ist der Unterschied zwischen Ballonfahren und dem Öberlinger Frauenkaffee? Bei einer Ballonfahrt gibt es Auf und Ab, der Frauenkaffee aber schwebt während seines ganzen dreieinhalbstündigen Programms auf gleich bleibend hohem Niveau. In der Tat setzt auch Maria Kibele mit ihrem Josef (Anne Mandausch und Edeltraud Moser) per Ballon zum Höhenflug an - ganz ohne heiße Luft, dafür mit vielen zündenden Ideen, die Kulissenbauer Fridolin Mandausch wieder einfielen.

Über die schnell schwätzende Täfeleträgerin Meier-Bödefeld (Elke Wigger) lacht das Publikum Tränen.

Doch der Reihe nach: Bereits der Auftakt ist überirdisch. Rathausengel unter Anleitung von Doro Mittelmeier rühren Farben an und philosophieren über die bunte Palette, die das Leben zu bieten hat. Dann tönt sich die himmlische Heerschar in der elysischen Wanne selber ein und tanzt in Blau, Rot, Gelb, Grün und Schwarz über die Bühne. Ja, und was kommt heraus, wenn man das alles zusammen mischt? Juhuuu, ein Hänsele!

Mit Verfärben kennt sich auch Kuno (Marga Lenski) aus. Denn im Haushalt geht alles drunter und drüber, weil Mamme Dietlinde (Heidrun Dett) seit vier Wochen fort ist, „positive Energie“ tanken. Bei ihrer Rückkehr will sie alles verändern. „Mer muss des Ganze vu unte afange.“ Kuno: „En neue Teppichbode?“ Dietlinde schwärmt von makrobiotischen Emmerkörnern, Kuno schwant Schlimmes: „Ade, Rührei mit Speck!“ Dann erscheint auch noch Inge (Klara Myrczik), die nach dem Mondkalender lebt, aber nicht lange nervt. Der Trabant steht nämlich gerade günstig und Inge weiß gar nicht, was sie zuerst tun soll. „Die nächschte Möglichkeit für eine Dauerwelle isch erscht wieder nach Oschtern.“

Weniger esoterisch, dafür echt „kriminell“ ist die Lektüre von Fefe aus dem Holoch (Maria Kaufmann). Sie liest „Hänselejuck“ von diesem Freiherrn und kriegt vor lauter Schaudern „e Huut wie vunnere frisch gmetzgete Leghenn.“ Nach der „Bastelanleitung“ im Buch hat sich Fefe einen „Hänsele-Helm“ gemacht und versteckt sich in dieser Verkleidung hinter dem Hänselbrunnen, als die anderen Holoch-Wieber antraben. Sie nehmen am Halbmarathon teil, obwohl mancher ein halber Halbmarathon reichte.

Kaum sind die Sportlerinnen weg, tauschen zwei städtische Beamte in geheimer Mission auf (Antonia Kitt und Martina Porst). Sie suchen nach einem Stall, in dem OB Becker „ganz inkognito in Rathausnähe einen Melkkurs“ belegen kann. „Im Dorf wird's doch noch e paar Rindviecher gä.“ Doch Archivar Liehner (Anne Krezdorn) belehrt die beiden: „Gmolke weret in Öberlinge nur no Tourischte.“ Die Holoch-Wieber wissen Rat: „Sabine, kumm du ins Holoch in d'Lehr, denn isch des Bäuerin sein gar it schwer.“

Die Kibeles allerdings sind trotz ihrer ländlichen Herkunft Geschäftsleute. „Wir haben nämlich Hennen und Kurgäste“, stellt Maria klar. Mit ihrem Josef will sie nun vollends abheben. Sie hat eine Ballonfahrt gewonnen, ebenso wie Oma Schnappauf (Doro Mittelmeier). Marias Riesenkoffer aber will die Ballonfahrerin (Marga Lenksi) nicht an Bord nehmen. Wer soll nun das Zeug bewachen? Maria ruft bei einem stadtbekannten Geschäftsmann und Großwildjäger an, erfährt aber, dass auch der keine Wachmänner und Hunde mehr hat. „Aha, beim nächsten Großeinsatz gegen Schüler werden Löwen eingesetzt!“ Von der Ballonfahrt ist Maria so begeistert, dass sie auch so ein Ding will. Schließlich gibt's in Öberlingen einen Landungsplatz. Da ruft sie bei der OB an, ob man den nutzen dürfe. Doch die Sekretärin ist Maria fremd. Dabei war doch „die sell vor de seller selle, scho die Dritt uff sellem Stuhl.“ Nach einer Notlandung vergeht Maria aber die Lust an dem Ballon.

Im Anschluss an eine Gesangseinlage nach einer wieder gefundenen „Koloratur von Clara Schumann“ geht's per Bus auf Tour. Das Reisebüro hat aber die Buchungen verwechselt, und so fahren alle zum Lago Maggiore, wo doch August (Martina Porst) und Gisela (Angelika Müller-Morath) auf die Alb sowie Annemarie und die unablässig betende Lore (Monika Madlener und Ingrid Wiemer) nach Beuron wollten. Aber umsteigen mag auch niemand mehr. Lore: „So ginschdig kummet mir nimme nach Italien. Der Rosekranz hot sich scho glohnt.“

Gelohnt hat sich auch die Putzerei von Rathausperle Agathe (Lisbeth Krezdorn). Im OB-Zimmer war Großreinemachen angesagt, weil die Neue alles ausgetauscht hat. Dabei hat Agathe allerhand aufgestöbert, „en Rescht Schnupftabak vum Schelle“, ein rotes T-Shirt vom Ebersbach und eine Leine von Patzels Paula. „Bloß vum Weber han i nint gfunde, it emol e Passbild, geschweige denn e Porträt. “ Und was die Neue schaffen muss! „Die brucht fünf Stellvertreter…Wenn's dere z'dumm wird, ka sie grad z'Hagnau bliebe, es isch für jeden Tag eppert do, wo schaffet.“ Das Protokoll könnte Agathe übernehmen. Sie weiß sich dank buebischer Lektüre zu benehmen. „Ich und die Queen von England.“ Jawohl, Lisbeth die Große, auch im 81. Jahr Königin aller Alefänzigen.

Für royale Unterhaltung sorgt auch die Kapelle aus Wasseralfingen von derrr Alb obe rrraaa. Sie ist zum 225. Jubiläum der Stadtkapelle gekommen, doch vor allem an den Wurrrschtwecke der Metzgerei Keller interessiert. Angekündigt werden sie von der Täfeleträgerin Meier-Bödefeld (Elke Wigger).

Das Publikum im voll bepackten Öberlinger Kursaal lacht Tränen über Wigger und die wackere Bauernkapelle. Eine Schlussszene mit Pauken und Trompeten für einen grandiosen Nachmittag - wie immer mit Witz und Charme geleitet von Anne Mandausch.

 

SÜDKURIER, 12.02.2009

Diese Damen zeigen wie's geht  

Lokalpolitik kann richtig spannend sein: Man muss sie nur in die Hände der Überlingerinnen legen, die für den Närrischen Frauenkaffee verantwortlich sind. Schon werden aus gefrusteten Bürgerinnen kämpferische „Wieber“, aus alt bekannten Verkehrsschildern Symbole, die zu tiefsinnigen Betrachtungen führen, aus gelangweilten, literaturbeflissenen Damen vehement agierende Vorreiterinnen für Tugenden wie Disziplin und Mut. Dass in diesem Kreis die Putzfrau im Rathaus in Gestalt von Lisbeth Krezdorn nicht nur den Besen schwingt sondern mit geschliffenen Worten aus dem Chef- ein Damenzimmer macht und an den „Fettnäpflen“ der Neuen schwer zu schrubben hat, versteht sich von selbst.

Der Frauenkaffee 2009, zum ersten Mal mit einer so gut wie ausverkauften Vorpremiere im Überlinger Kursaal gestartet, steht seinen Vorgängern in nichts nach. Lachsalven erschüttern den Saal, jubelnder Beifall dankt für zündende Bonmôts, eine bunt behütete Frauenschar erlebt mehr als drei Stunden echte kultivierte Narretei.

Spielleiterin Anne Mandausch hätte ihre rund 30 Mitwirkenden, die treuen Helfer hinter der Bühne nicht mitgerechnet, gern alle in Wort und Bild an dieser Stelle wieder gesehen, wir übrigens auch. Doch zum einen sollen die Besucherinnen auch in den nächsten Tagen noch Überraschungen erleben und zum anderen ist nur das Vergnügen bei solchen Anlässen grenzenlos.

 

Wie beispielsweise bei der Überlinger Version der RTL-Serie „Bauer sucht Frau“. Hier soll der 37-jährige Bua Heinz-Armin, (Clara Myrczik) als Bauer verheiratet werden, macht aber stattdessen als Finanzbeamter zur Kilometerpauschale der neuen Oberbürgermeisterin Rechungen auf, die genial sind. Gemeinsam mit den Eltern Vinzenz und Erika (Marga Lenski, Heidrun Dett) gibt man sich als Bauersfamilie aus, Pannen inbegriffen.

Die „Holoch-Wieber“ gehen dieses Mal zum Pilze sammeln in den Hardtwald, eine brillante Inszenierung, in der die unnachahmlich ausgestatteten Damen ein temporeiches Vergnügen garantieren. Es wird übrigens nicht die Feve vom Holoch erschossen, sondern das Wildschwein. So viel zur Aufklärung!

Dass Josef und Maria Kibele (Edeltraud Moser, Anne Mandausch) aus der Überlinger Verkehrsmisere eine zündende Geschäftsidee entwickeln, ist bei diesem Pärchen kein Wunder. Auf dem kleinsten Kreisel Europas am Franziskanertor eröffnen sie ein mobiles Haushaltswarengeschäft und plaudern ganz nebenbei über innerstädtische Missstände sowie über die aussterbende Gattung der Einzelhändler und schicken potentielle Kunden zu Schäfer nach Immenhausen oder Grossmann nach Raderach. Kleine Spitzen gegen Überlinger Originale gehören dazu. Das Auditorium jubelt.

Agathe Schlichtherle (Lisbeth Krezdorn) bekommt Auftrittsapplaus, als sie sich im Rathaussal beim Lüften ihre Gedanken zum „G´schmäckle“ macht, das in diesen Räumen anzutreffen sei. Sie legt gekonnt den Finger in die Wunden kommunalpolitischer Fehlgriffe, wie der „begnadeten Idee eines Wassertaxis“ oder eines B- und N-Hotels im Westen: „Hinten Bahn, vorne Nebel.“

Die Conférence liegt wie gewohnt bei Anne Mandausch, die souverän und mit Charme federleichte Übergänge zu den Programmpunkten findet und glaubhaft die Freude vermittelt, die ihre Spielerinnen vor und hinter der Bühne haben.

Eine lange Nacht der Bücher bildet dann den Schlusspunkt des vergnüglichen Spektakels. Wer besser ist? Der A-Capella-Chor zum Thema Disziplin oder doch der berühmte Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicky, der den Überlinger Damen sein Ohr leiht? Finden Sie es heraus – die Möglichkeit dazu besteht noch am heutigen Donnerstag, am Freitag und am Samstag.

 

SÜDKURIER, 21.01.2009

Was "Agath" mit Obama verbindet

VON GISELA-FELICITAS KÖHNS

Auch Frühaufsteherinnen müssen nicht frieren, wenn sie am Samstag, 31. Januar, Karten für den "Närrischen Frauenkaffee" in Überlingen kaufen wollen: Der Pfarrsaal ist geheizt und schon morgens geöffnet, auch wenn der offizielle Kartenverkauf erst um 11 Uhr beginnt und bis 13 Uhr dauert. "Es gibt genügend Karten", beschwichtigt Spielleiterin Anne Mandausch ihr treues Publikum, das sich an vier Nachmittagen im Überlinger Kursaal wieder auf ein zündendes Programm freuen kann.

Die Damenkapelle "Cellolitis" mit ihrer Leiterin Elisabeth Moser (links oben) will auch beim Närrischen Frauenkaffee 2009 in Überlingen für beste musikalische Unterhaltung sorgen.

"Yes, we can do it" ist das Motto und lässt an den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten denken - oder vielleicht doch eher an die zu erwartende Oberbürgermeisterin, deren Ziele mit dem Ausruf "Jo, mir packed's" wohl besser umschrieben sein dürften.

Zwar muten die Titel der einzelnen Stücke eher kryptisch an - doch am Ende werden alle Besucherinnen feststellen, dass "Nu ko Angscht" ebenso das Quäntchen Wahrheit beinhaltet wie "Maria hilft in großer Not", ein Beitrag ist, der zweifelsfrei auf Maria und Josef Kibele zugeschnitten wurde. Die Fans der "Holochwieber" dürfen sich auf die unverwechselbare Damentruppe freuen, die dieses Mal, wie Anne Mandausch dem SÜDKURIER verriet, nicht im Holoch anzutreffen ist. Gefragt, wie die einzelnen Titel zustande gekommen sind, zuckt sie die Schultern und meint mit dem letzten Punkt des Programms: "Me sott halt it so viel wisse."

Im Herbst letzten Jahres entstanden nach und nach die Stücke, die Tänze wurden choreografiert, Bühnenpläne und Rollenbücher nahmen Gestalt an. Jetzt sorgen Wochenendproben für Textsicherheit und Spielwitz der bewährten Akteurinnen, die schon heute jede Menge Spaß an ihrem Projekt haben. Hoch motiviert seien sie alle, berichtet "Chefin" Anne Mandausch und freut sich, dass neben vielen anderen mit Lisbeth Krezdorn auch "s' Agath", die Putzfrau vom Rathaus, wieder mit dabei sein wird.

Ein Ohrenschmaus ist die gepflegte Kaffeemusik "Cellolitis" mit ihrer Leiterin Elisabeth Moser, die die große Fan-Gemeinde auch in den Pausen schwungvoll unterhalten und damit Garant für ein rundes Programm sein wird.

A propos Fan-Gemeinde: Auch Pfarrer Weber ist ein Bewunderer des Närrischen Frauenkaffees und stellt deshalb nicht nur für den Kartenvorverkauf das Pfarrzentrum zur Verfügung sondern öffnet auch für die Proben die Räume der Kirche.

Am Mittwoch, 11. Februar 14.30 Uhr ist Premiere. Donnerstag, Freitag und Samstag freuen sich die närrischen Akteurinnen zur gleichen Zeit am selben Ort auf viele bunt behütete Frauen und versprechen einen stimmungsvollen Nachmittag im Überlinger Kursaal bei Kaffee und feinem Kuchen.

 

SÜDKURIER, 16.02.2006

Flowerpower mit Hut und Witz

Närrischer Frauenkaffee im Kursaal begeistert auch in diesem Jahr die Überlingerinnen
VON GISELA-FELICITAS KÖHNS

Nicht nur im Überlinger "Holoch" gedeihen die Blumen: Bei der Premiere des Närrischen Frauenkaffees am gestrigen Mittwoch im Kursaal binden die Mitwirkenden über die gesamten dreieinhalb Stunden einen üppigen Strauß bunter Kompositionen. Ideen in unendlicher Vielfalt und farbenprächtige Kulissen machen in rasantem Tempo die unterhaltsamen Stunden zu einem echten Erlebnis. Von wegen "Zitter-Mittwoch": Winzige Pannen bei Musik und Technik geben den närrischen Stunden genau die Originalität, von der ein solcher Nachmittag lebt. Ansonsten bewahrheitet sich das Motto des diesjährigen Spektakels: "Me muss blo&ß welle!"

"Alle wend": Das heißt in diesem Jahr Frauenpower sowohl auf der Kursaalbühne als auch auf dem Musikpodium. Erstmals sorgen hier die "Überlinger Dampfnuddle" für fetzigen Sound und fetzig ist auch gleich das erste Bild. Alle Mitwirkenden wirbeln beim Walking stöckeschwingend über die Bretter - die ersten Juchzer im Publikum lassen nicht auf sich warten. Dass "Mann bloß welle muss", zeigt Vikar Sumser als Haushälterin beim Bügeln. Auf der Suche nach einer Vollzeitstelle schneidet "sie" zunächst Löcher in die Socken ihres Dienstherrn, um sie zwei Tage später wieder stopfen zu können. Ein wichtiges Gespräch zweier Trachtenfrauen besticht durch seine außergewöhnliche Choreografie und die altbekannte Tatsache, dass zwei Frauen auch zwei Meinungen vertreten. Echte Gags haben die Spielerinnen um die selbstständige Urlaubsberaterin Marga Lenski auf Lager. Gesamtleiterin Anne Mandausch kündigt diese Nummer nicht von ungefähr als eine Geschichte "wie im richtigen Leben" an. Wo gibt es schon eine Kneippnacht, bei der die Tretbecken durchgehend bis fünf Uhr morgens geöffnet sind?

Szenenwechsel: Da sitzen zwei Frauen beim Friseur und verbreiten gnadenlos Vorurteile über die Männer. Dann schlüpfen sie in männliche Rollen und beweisen, was Ehrengast und Narrenmutter Heinzpeter Fränzki im Publikum zu der Feststellung verleitet: "Me sieht so manche Parallele." An den nächsten drei Nachmittagen haben mehr als 1200 Frauen die Chance, sämtliche Aussagen hier wie dort auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.Und dann sind "S´Kiebeles" (Edeltraud Moser und Anne Mandausch) mit ihrem Architekten (Marga Lenski) bei der Verwirklichung ihrer Visionen zugange. Das Projekt ihres Lebens ist eine Dependance ihres Kogenbacher Refugiums auf der Luisenhöhe. Nur so viel: Was Maria Kiebele im Kopf hat, lässt sich auf keinen Fall bezahlen. Unbezahlbar sind auch ihre spitzen aber nicht bösen Anspielungen auf allerlei Sünden, die in der Kernstadt zu beobachten sind. Hinzu kommt das perfekte Zusammenspiel beider Frauen, die sich mit Marga Lenski einen tollen "dritten Mann" hinzu geholt haben.

Wenn dann "Agath" vom "Holoch" aus dem Nähkästchen plaudert, die "Entente florale" auf ihre Weise interpretiert, über die Namensgebung der Kapuzinerkirche sinniert und das Portrait von Bürgermeister Spreng in der Besenkammer findet, dann "war der Kulturausschuss am Werk."

Wenn dann "Agath" vom "Holoch" aus dem Nähkästchen plaudert, die "Entente florale" auf ihre Weise interpretiert, über die Namensgebung der Kapuzinerkirche sinniert und das Portrait von Bürgermeister Spreng in der Besenkammer findet, dann "war der Kulturausschuss am Werk."

Wunderschön anzuschauen ist das "Fest der Blumen", das die Tänzerinnen um Doro Mittelmeier auf die Bühne zaubern. Hier ist die Choreografie absolut professionell und die Lichttechnik steht ihr in nichts nach.

Das Schlussbild im wichtigsten Stadttteil Überlingens, dem "Holoch", lässt all die Talente auf der Bühne noch einmal zu Hochform auflaufen - und besonders blitzt da die kulleräugige Elke Wigger hervor, die bei der Erwartung der Entente-Kommission schon einmal für das entsprechende Getränk sorgt:"Und sind die Blumen nur aus Holz - auf meinen Most, da bin ich stolz", spielt sie auf die Sonnenblumen an, die Überlingen zierten, als die Entente florale aktuell wurde. Eine Goldmedaille gibt es für den Most und viele weitere werden die Besucherinnen sicher den Mitwirkenden für beste närrische Unterhaltung verleihen.

 

SÜDKURIER, 20.01.2006.

Visionen aus Kogenbach und "Dampfnuddle"

Frauenkaffee 2006 zeigt sich überzeugt: "Me muss bloß welle!"
- Kartenverkauf am 5. Februar


VON GISELA-FELICITAS KÖHNS

Auch wenn in diesem Jahr das Überlinger Narrenkonzert aus den bekannten Gründen ausfällt - den Närrischen Frauenkaffee gibt es in jedem Fall und sein Motto sagt auch, warum: "Me muss bloß welle!"

Am 10. Januar wurden traditionell wieder die Rollen unter den 24 Mitwirkenden verteilt und unabhängig vom großen Narrentreffen am letzten Wochenende im Januar sind sich die Damen einig: "A uns soll's it liege!" So jedenfalls heißt es beim großen Finale der närrischen Großkampfnachmittage der katholischen Frauenverbände vom 15. bis zum 18. Februar jeweils um 14.30 Uhr im ÜberlingerKursaal.

Die Namen der Mitwirkenden sind seit Jahren die selben, dennoch wird immer wieder Spannung garantiert. Das liegt dieses Mal zum einen an der veränderten Choreografie. Anne Mandausch als Gesamtleiterin verrät nicht viel dazu, spricht von kurzen Spots zu großen Themen, freut sich aber über die Tatsache, dass alle Frauen sofort bereit gewesen seien, das Neue mit zu machen. Absolut neu wird in diesem Jahr die Musik sein: Mit Klarinette, Trompete, E-Gitarre, Schlagzeug, Akkordeon, Keyboard und anderen Instrumenten spielen die "Überlinger Dampfnuddle" unter Leitung von Elisabeth Moser auf - bereits eine halbe Stunde vor Programmbeginn können sich die Besucherinnen auf schwungvolle Töne der Frauenkapelle freuen, die sie auf das närrische Geschehen einstimmen werden.

Da die Überlinger Herren der Schöpfung in diesem Jahr narrenkonzertmäßig ja etwas ins Hintertreffen geraten, hatte frau noch überlegt, ob nicht eine Sondervorstellung für Männer an der Zeit wäre. Doch die Mehrheit war dagegen, zwei Narrenräte pro Vorstellung sind gern gesehen, mehr männliche Besucher solle es aber nicht geben - die Ehemänner der Darstellerinnen auf der "Hennenleiter" bei der Premiere einmal ausgenommen. Da der Kursaal in dieser Fasnacht nicht wie sonst geschmückt sein wird, haben die Frauen die Aufgabe selbst übernommen und schmücken den Musentempel nach ihrem Geschmack - und nach dem ihres versierten Kulissenmalers Fridolin Mandausch. Das kann nur etwas ganz Besonderes werden. Dass hier hilfsbereite Narrenräte mit von der Partie sind, freut die Mitwirkenden sehr, wie überhaupt Hilfsbereitschaft groß geschrieben zu sein scheint, glaubt man Anne Mandausch, die in dem Zusammenhang auch Kursaal- Hausmeister Hofmann großes Lob zollt.

Mit dem Inhalt und seiner Vorhersage ist das so eine Sache: Nur nebulös ließ Anne Mandausch im Gespräch ahnen, worüber sich ihre Gäste köstlich amüsieren werden: S'Kiebeles in Kogenbach werden beispielsweise Visionen haben und über sie sinnieren. Diese beiden verschmitzt-naiven Traditionsfiguren sind so lebensecht und gleichzeitig so liebenswert-schrullig, dass sie aus "echten" Vorbildern entstanden sein müssen - Paraderollen für Edeltraud Moser und Anne Mandausch! "Wenn alle wettet wie se sottet" heißt ein weiterer Programmpunkt und auch die Erkenntnis "'S goht it ohne!" wird herzerweichende Wahrheiten ans Licht bringen.

Seit einigen Jahren ist es ein Team, das die Texte schreibt. Neben Anne Mandausch und Elisabeth Krezdorn sind das Marga Lenski, Edeltraud Moser, Heidrun Dett, Antonia Kitt und Elke Wigger sowie Doro Mittelmeier, die auch wieder für die Choreografie der Tänze verantwortlich zeichnet.

Noch ein Wort zum Kartenverkauf: Am 5.Februar von 14 bis 16 Uhr ist er geplant, warten dürfen die Interessentinnen, falls erforderlich, auf nummerierten Plätzen im Pfarrzentrum am Münsterplatz , der Einlass steht noch nicht ganz fest. "Soll ich mal fragen, ob das Pfarrzentrum schon vor der Sonntagskirche offen ist"? Diese Entscheidung überlässt die Gesamtleiterin des närrischen Spektakels dann aber doch lieber dem Verantwortlichen.

 

DIESES "EVENT" IST NICHT NUR EINFACH "EBBES"

Frauenkaffee 2003 lässt Überlinger Kursaal beben - Innenstadt beherrschendes Thema

A "nice newspaper report" erwartet die Leiterin des Närrischen Frauenkaffees 2003 in Überlingen vom SÜDKURIER. Es bleibt uns auch gar nichts anders übrig, denn die Aktiven sind "hip" und in jeder Beziehung "auf dem Laufenden". Tragende Rollen im gut Drei-Stunden-Spektakel haben in diesem Jahr nicht die Holoch-Wieber, sondern die "Holoch-people". Und die Dramaturgie ist vom Feinsten.

Ein "Hello" bekommt Edeltraud Teufel und "Standing Ovations" gibt es für Stadtpfarrer Weber - Anne Mandausch als Leiterin der närrischen Stunden im Überlinger Kursaal, weiß, dass "bachelige" Begrüßungen spätestens jetzt mega-out sind. Unters Weibervolk gemischt haben sich in diesem Jahr erstmals Karle und Fridolin. Sie sitzen als Ruth Müller und Rita Rockenstein ordengeschmückt am Tisch vor der Bühne und gestehen dem SÜDKURIER, dass sie darüber nicht nur glücklich sind.

Einkaufen in Überlingen? Dieses Thema beschäftigt die Frauen auf der Bühne gleich zwei Mal. Da sind es die unnachahmlichen Holoch-Wieber, die bei Frau Borrs und ihrer "Kischte" einkaufen, eine Tube Senf, "a weng Organo" oder geriebenen Käse. Sie bedauern, dass es bei ihr weder ein Vorhangstängele gibt noch Stützstrümpf ` - genießen aber die ganz persönliche Bedienung und natürlich das Gespräch vor dem rollenden Miniaturmarkt über Männer im Allgemeinen und im besonderen. "So wierd i mit min Albert nie umgenne", empört sich immer wieder d´Feve (Maria Kaufmann) und ihrem tatsächlichen Albert werden die Ohren geklungen haben. Ein Stückchen närrische "haute cuisine".

Dann klingelt hinter der Schlafzimmergardine der Wecker - es ist drei Uhr früh - fertig machen zum Sperrmüllherausstellen. Die Damen erscheinen in Schlafröcken, mit Lockenwicklern, Nachthauben - es ist eine wahre Freude sie anzuschauen und ihnen zuzuhören. Die geschmacklose Kommode gehört selbstverständlich dem Nachbarn, das Radio aus den Fünfzigern wird liebevoll mit Möbelpolitur gewienert, die eingefrorenen Bioabfälle aus der Tiefkühltruhe geholt und dabei der Abfuhrplan mit seinen akribischen Vorschriften aufs Korn genommen. "Der Bezirk B war Holz und der war vorgestern dran". Und die Problemstoffe? "Sind Männer".

Und dann geht es nochmal um die Überlinger Innenstadt. Das Ehepaar Kibele aus Kogenbach (Anne Mandausch, Edeltraud Moser) bringt seine Feriengäste mit dem Traktor nach Überlingen. "Mebbel Frey" heißt jetzt "Trendhuus" und sollte Spaßbadehosen führen, Metzger Keller führt vor, wie man mit Fleischkäswecken auf kleinstem Raum den größten Umsatz macht, Antiquitäten-Köberle stellt sein Werbeschild so nah ans Münster, dass die Leute anschließend seine Weichholzwochen besuchen müssen und beim Eisenkönig bekommt Josef Kibele zur Reparatur seines Traktors eine einzige Schraube - und die Mutter noch dazu. "Darum heißt es ja auch Einzelhandel" - und der verfügt nach Meinung der Darstellerinnen über einen "affengeilen Ideenreichtum".

"S Agathle" (Lisbeth Krezdorn) hat ihn nach wie vor in überreichem Maße. "D Hand verbunde its Muul" weiß sie alles, was im "Schtättle" so läuft - und auch von zwei Überlinger Bezirken spricht sie, die nur die anwesende Narrenmutter zu kennen schien. "Delderede" und "Bethlehem" sind es - uns ließ die Frage nicht ruhen. Abhänge links und rechts von der Lippertsreuter Straße, beim "Norma" beziehungsweise "Nothelfer". So viel Aufklärung musste jetzt sein.

Das Theater in den Seeschulen betitelt sie "Dornröschen mit Frau Morgenstern in der Hauptrolle" und das Fünf-Sterne-Hotel im Rehgehege sei Beweis dafür, dass "Ibberlinge nint Geld aber en Huufe unpassende Plätz hät" .

Beim Warten auf "d War" (die Kinder) werden die Frauenkaffeee-Besucherinnen dezidiert über Pisa und die Folgen unterrichtet. Gebildet, wie die beiden Damen auf der Bühne nun einmal sind, haben sie auch eine Erklärung dafür, warum in dieser Woche keine wichtigen städtischen Termine stattfinden. "Weil der intelligentere Teil der Sitzungsteilnehmer im Frauenkaffee sitzt".

"Cats" werden turbulente "Meis" im letzten Bild. Stadt- und Holochmäuse sind auf der Suche nach einem neuen Zuhause - und wie im richtigen Leben nimmt auch hier alles ein gutes Ende. Die Musik, die anspruchsvollen Tänze, das Bühnenbild - das passt alles zu einem runden Schluss eines runden, gelungenen Frauenkaffees 2003.

SÜDKURIER-online, Freitag 21. Februar 2003 (05:56)

 

DIE WELT DES FILMS: VON KOGENBACH BIS ÜBERLINGEN

Klappe auf beim Frauenkaffee 2002

Frauenkaffee Überlingen auch 2002 vor ausverkauftem Haus - Abschiedsgala von Karle und Fridolin

Klappe auf, Spot an: auch in diesem Jahr spulen 23 Frauen in mehr als drei Stunden einen Film ab, der auf die Kursaalbühne bannt, was im vergangenen Jahr aus weiblicher Sicht wichtig war. Frauenkaffee 2002 - da erwarten zu den vier Vorstellungen jedes Mal rund 400 närrisch behütete Besucherinnen beste Unterhaltung, geschliffene Dialoge, ab und zu eine Spitze gegen das andere Geschlecht und viele gute Einfälle, die die Lachmuskeln strapazieren......Fazit: Mehr als drei vergnügliche Stunden mit vielen zündenden Ideen - und zu alledem wird der Reinerlös für einen guten Zweck gespendet.....

SÜDKURIER, Freitag 01. Februar 2002


JETZT SIND DIE "HOHLOCH-WIEBER"ENDGÜLTIG KULT

Und aus Kogenbach kommen Euro-Eier - Närrischer Frauenkaffee in Überlingen ist ein Glanzpunkt!

Grenzenlos ist nicht nur das Motto des Närrischen Frauenkaffees 2001 in diesem Jahr. Grenzenlos ist auch das Vergnügen, das vier Mal 400 Besucherinnen hatten oder noch haben werden! grenzenlos der Einfallsreichtum der Aktiven und die Fantasie des Kulissenmalers und -bauers! Es soll einfach nicht zu viel verraten werden, aber der Beginn des Nachmittags ist ein furioser Paukenschlag. Und ihm folgt ein Programm ohne einen einzigen Hänger. Die "Frauenkaffeehymne" hat ihre Berechtigung: "S'isch näene so luschdig, s'isch näene so schä..."


DIESE "WIEBER HABEN KEIN JAHRTAUSENDPROBLEM

Närrischer Frauenkaffee mit anspruchsvollem Programm - Das Motto: Frau 2000

Junge, Jungegebliebene und jungendliche Alte, jedes Mal mehr als 400 an der Zahl unter dem traditionellen Fastnachtshut: Der Frauenkaffee 2000 sieh vier Mal ein volles Haus! Und bei der Premiere bewiesen 24 aktive Frauen, dass sie kein "Jahrtausendproblem" haben...

SÜDKURIER, Freitag 25. Februar 2000


FRAUEN-POWER IM KURSAAL

Die Frau 2000: Seit gestern sind einige hundert Frauen informiert, wie "sie" ist: Fromm, fröhlich und - nein, nicht katholisch, sondern ökumenisch! Außerdem ist sie sportlich, fit, dynamisch, sie kann singen, tanzen - und vieles mehr. Der Frauenkaffee 2000 im vollbe-setzten Kursaal in Überlingen verrät dieses Mal in mehr als drei Stunden nahezu sämtliche Geheimnisse des "schwachen Geschlechts"...

SÜDKURIER, Donnerstag 24. Februar 2000


NÄRRISCHE PRAXIS BESIEGT GRAUE THEORIE

Beim Frauenkaffee im Überlinger Kursaal - Mehr als drei Stunden Feuerwerk der guten Laune

Maria Kibele (Anne Mandausch) in Rente? Undenkbar! Was sie gestern in gut dreieinhalb Stunden mit ihrem Team zeigte, passte zum Lied, das seit vielen Jahren die fantasievoll behüteten Frauen im Kursaal anstimmen, wenn das erste Lampenfieber vorbei ist und die närrischen Akteurinnen die Stimmung angeheizt haben: "S'isch näene so luschdig, s'isch näene so schä, wie beim Frauekaffee!" Keine Frage, auch in diesem Jahr bieten die 22 "Wieber" wieder Vergnügen pur! Und am Ende haben alle ein paar Lachfalten mehr...

SÜDKURIER, Samstag 09. Februar 1999


KOGENBACH - PARIS UND ZURÜCK EINE GRENZENLOSE KULTURREISE

"So e Theater" im Überlinger Kursaal

Um "zur wichtigsten kulturellen Veranstaltung" in Überlingen Karten zu bekommen standen sie Schlange vor dem Pfarrzentrum. Die, die sich vordrängte, die, die sich "extra rieberge-macht" hatte, eine Schüchterne, eine Selbstbewusste - Karten für den Närrischen Frauenkaffee wollten sie alle - und "wenn eine viel Freundinnen hat, ist der Kursaal gleich voll". Die bissigen Bemerkungen flogen hin und her, bis schließlich eine von ihnen mit ihrer Frage den gesamten Kursaal zum ersten Mal in einen Hexenkessel verwandelte: "Sind Sie überhaupt katholisch?

"Dieser Auftakt war symptomatisch für das gesamte närrische Theater. Treffende Pointen und zündende Gags, eine straffe, professionell anmutende Regie, der berühmte "rote Faden" durch das gesamte Programm vor allem aber keine Angst vor der augenzwinkernden Selbstdarstellung - konnten die Zuhörerinnen mehr erwarten? (....)

Das Ballet eine Augenweide, die Conférence ein Genuss, der Gesang erstaunlich - mehr wird nicht verraten!....

SÜDKURIER, Freitag 13. Februar 1998